Arbeitszeit

 

Update:

Anpassungen zur „BV Arbeitszeit in der Zustellung“

Die ver.di-Fraktion des Betriebsrates informiert:

Ab 01.11.18 gelten die Neuerungen

Ab 01.11.2018 gilt die angepasste „Betriebsvereinbarung (BV) Arbeitszeit in der Zustellung“. Hierzu wurde ein Nachtrag zur bestehenden BV abgeschlossen der die Anpassung beinhaltet.

Warum musste die bestehende BV geändert werden?

Es gibt seit April diesen Jahres einen neuen Entgelttarifvertrag, der beinhaltet, das Überstunden freiwillig bezahlt werden können. Dies war mit der bestehenden BV nicht möglich. Hierzu musste der Betriebsrat diese BV anpassen, da sonst diese nicht mehr tarifkonform gewesen wäre. Denn in unserer bisherigen BV war die Bezahlung nicht möglich, da Überstunden nur durch Freizeitabwicklung (Durchschreiten der Nulllinie) abgegolten werden konnten. Jetzt wurde eine Möglichkeit geschaffen, die erbrachte Ist-Zeit in das Überzeitkonto (ÜZA) umzuklappen. Hier kann die Überzeit zukünftig bis zu 50 % bezahlt werden. Auch der Verzicht auf Planfrei kann auf Wunsch des Beschäftigten in Zukunft zu 50 % bezahlt werden.

BV bleibt bestehen

Vom Grunde her wurde die bestehende BV so belassen. So gelten weiterhin das Abbruchrecht ab der 46. Minute nach Dienstplanende bzw. nach 9:30 Stunden (inkl. Pause) und die Ist-Zeit für Alle.

Über deine Rechte und Pflichten in Sachen „BV Arbeitszeit in der Zustellung“ informiert dich ab sofort ein Daueraushang an der Betriebsratsinfotafel.

Übergangsregelung

Bei den Mitarbeitern die bis  November nicht die Nullinie im Ist-Zeit- Konto erreicht haben, werden ihre positiven Salden diesen Jahres werden bei allen  Zustellerinnen und  bei allen  Zustellerinnen und  Zusteller die Salden des Ist-Zeitkontos  auf das ÜZA-Konto umgeklappt.

Übergangsregelung

Bei den Mitarbeitern, die bis  November nicht die Nulllinie im Ist-Zeit- Konto erreicht haben, werden ihre Salden in das ÜZA-Konto umgeklappt.  Hierbei gibt es Übergangsregelungen, die  im Dienstunterricht und vom Betriebsrat erklärt werden.

Arbeitszeit

„Arbeitszeit ist nicht relativ!“

Warum ist das so? Weil Arbeitszeitregelungen wichtig sind für dein Leben und dem Leben auf Arbeit. Sie sind wichtig für deine Erholung während und nach der Arbeit. Diese Regelungen schützen dich vor Überlastungen und somit auch dein Privatleben. Sie schützen deinen Kopf, deinen Körper, deine Gesundheit.
Die Gesetzgebung

Prinzipiell sind Regelungen zur Arbeitszeit im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) verankert. In diesem Gesetz sind die Höchstarbeitszeit und die Ruhezeiten geregelt, ebenso die Pausen. Diese betragen 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von 6 Stunden und ab 9 Stunden sind es 45 Minuten. Die gesetzliche Höchstarbeitszeit beträgt 10 Stunden zuzüglich Pausen (mit Pause 10:45 Std.). Dieses Gesetz ist einzuhalten, weil ein Fehlverhalten schwerwiegende Folgen haben kann. Bei einem Arbeits- oder Verkehrsunfall nach der gesetzlichen Höchstarbeitszeit kann es zu Regressforderungen des Arbeitgebers oder der Versicherung kommen, die den entstandenen Schaden reguliert haben möchten. Der Arbeitgeber kann bei grober Fahrlässigkeit bis zu drei Bruttomonatsgehälter einbehalten. Ein Verstoß gegen die Höchstarbeitszeit wird als solche gewertet. Ebenso drohen bei Überschreitung der täglichen Höchstarbeitszeit, Bußgelder vom Gewerbeaufsichtsamt gegen den Arbeitgeber und dieser reagiert dann meist mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen. Eine Überschreitung der Höchstarbeitszeit ist nur in bestimmten Fällen zulässig (dazu zählen zum Bsp. Naturkatastrophen).

Ebenso ist es wichtig die gesetzlichen Ruhezeiten zu beachten. Die Arbeitnehmer müssen nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben.

Über das Arbeitszeitgesetz hinaus gibt es noch andere Regelungen, die in unserer Niederlassung gelten. Diese sind in Tarifverträgen (zwischen Deutsche Post AG und ver.di) festgeschrieben und zum anderen in Betriebsvereinbarungen und Regelungsabreden (zwischen NL Brief Dresden und Betriebsrat) geregelt.

Tarifverträge

Im Manteltarifvertrag der Deutschen Post AG sind auch bezahlte Kurzpausen in Höhe von 2,03 Minuten pro Stunde vereinbart worden. Darüber hinaus gibt es noch zusätzliche Pausen für Bildschirmarbeitsplätze, persönliche Bedürfnisse und bei festgestellter Behinderung. Die zustehenden Pausen sind Inhalt jedes Dienstplanes, der in ab signierter Form des Betriebsrates in den Dienststellen vorliegen muss. Ein Dienstplan ist gleichzusetzen mit einer Betriebsvereinbarung und ist juristisch verwertbar.

Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt ausschließlich der Ruhepausen bei der Deutschen Post AG 38,5 Stunden im wöchentlichen Durchschnitt. Dies ist auch Inhalt des Manteltarifvertrags, der in einer Tarifauseinandersetzung ausgehandelt wurde. Weiter steht darin:

> Für teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer gilt die im Arbeitsvertrag vereinbarte Wochenarbeitszeit als durchschnittliche regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit. Eine abweichende Einteilung der regelmäßigen Arbeitszeit ist innerhalb von 12 Monaten auszugleichen.

Betriebsbedingte Arbeitsunterbrechungen, sowie betriebsbedingte Wegezeiten mit Ausnahme von Reisezeiten rechnen zur Arbeitszeit.

Die tägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer (§ 2 Absatz 2 und 5 Arbeitszeitgesetz – ArbZG) beträgt bis zu 8 Stunden. Sie kann auf 10 Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb eines Zeitraums von 6 zusammenhängenden Monaten bzw. in der Zustellung 12 Monaten im Durchschnitt 8 Stunden werktäglich nicht überschritten werden. In voll kontinuierlichen Schichtbetrieben kann die Arbeitszeit an Sonn- und Feiertagen auf bis zu 12 Stunden verlängert werden, wenn dadurch zusätzliche freie Schichten an Sonn- und Feiertagen erreicht werden.

Innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten sind je Arbeitnehmer grundsätzlich 104 Ruhetage, mindestens jedoch 78 Ruhetage und 52 Ruhehalbtage zu gewähren. Im Fall einer geringeren Beschäftigungsdauer verringert sich die Zahl entsprechend. Infolge von Abwesenheitszeiten ausgefallene Ruhetage (zum Bsp. Erholungsurlaub oder Erkrankung) werden nicht nachgewährt. Innerhalb eines Zeitraums von 7 Kalendertagen ist jedem Arbeitnehmer mindestens 1 Ruhetag zu gewähren. Bei vollbeschäftigten Arbeitnehmern darf eine Mindestschichtlänge von 3 Stunden, bei nicht vollbeschäftigten Arbeitnehmern von 2 Stunden nicht unterschritten werden. <

Betriebsvereinbarungen

Da die Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat, hat unser Betriebsrat mit der Niederlassung noch ein zusätzliches Instrument geschaffen. Seit August 2017 gilt das sogenannte Abbruchsrecht in der Zustellung. Es beinhaltet, dass eine Zustellkraft ab der 46. Minute nach Dienstplanende seine Arbeit abbrechen darf, egal, ob das elektronische Zeiterfassungsgerät (Addicom) Plus- oder Minusstunden anzeigt. Kommt ein Zusteller/in mit seiner täglichen Arbeitszeit im Dienstplan und dem Abbruchsrecht über 9 Stunden, kann er seine Arbeit ab der 9. Stunde (zuzüglich 30 minütiger Pause) abbrechen.  Außerdem wurde in der neuen Betriebsvereinbarung (BV) eine Schwankungsbreite des Arbeitszeitkontos festgelegt. Bis zum 31.12.2019 gilt die anderthalbfache individuelle Wochenarbeitszeit (WAZ). Über dieses Datum hinaus ist die Schwankungsbreite nur noch die einfache individuelle WAZ. Sollte die Grenze der Schwankungsbreite ins Positive überschritten werden, gibt’ es eine Abbruchpflicht zum Dienstplanende (neu seit November 2018). Die Schwankungsbreite. Außerdem gilt für alle Zusteller und Zustellerinnen die Ist-Zeit, somit geht keine Minute Arbeitszeit mehr verloren!

Die Abwicklung von Überzeit und die Führung von Arbeitszeitkonten sind in verschiedenen Betriebsvereinbarungen geregelt, wie zum Beispiel die “BV zum TV 37b”. Wenn ihr zu den Betriebsvereinbarungen Fragen habt, wendet euch bitte an euren Betriebsrat, dieser hilft euch weiter.

Ziel dieser ganzen Gesetze, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen ist es, die Beschäftigten vor Überlastung zu schützen, Freizeitansprüche zu gewähren und ein Stück Lebensqualität zu sichern. Die Verantwortung dafür tragt ihr oftmals selbst, denn ihr arbeitet ohne Aufsicht. All diese Regelungen sind nur so gut, solange sie von euch auch eingehalten werden. Denkt also an eure Gesundheit und an eure Verantwortung gegenüber euren Familien.

ARBEITSZEIT IST AUCH DEINE ZEIT!!!

 

 

Seit Jahren hält sich das Märchen, dass ein Zusteller 15 Minuten eher anfangen darf.

FALSCH.

Es ist ein Mythos der ungefähr 15 Jahre alt ist. Die Geschichte beruht darauf, dass ein Zusteller 15 Minuten eher in die Betriebsstätte darf, damit er nicht, wenn er mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, im Regen stehen muss.  Also 15 Minuten eher anfangen mit der Tätigkeit ist Arbeitszeitbetrug! 

ALSO SEIN LASSEN!