TV Altersteilzeit / Zeitwertkonto (Generationsvertrag)

 

Demografie-Tarifvertrag bei der Deutschen Post AG nochmals deutlich verbessert (NEU)

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Deutsche Post AG haben den bereits im Jahr 2011 geschlossenen Demografie-Tarifvertrag nochmals deutlich verbessert. Der Anspruch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Altersteilzeit wird von bisher sechs auf künftig zehn Jahre ausgeweitet. Sie kann daher in Zukunft ab dem vollendeten 55. Lebensjahr genommen werden. „Die Arbeit bei der Post ist sehr anstrengend. Der Demografie-Tarifvertrag findet bei den Beschäftigten großen Anklang, da er die Belastung gegen Ende des Berufslebens für einen langen Zeitraum reduziert und zugleich empfindliche Rentenabschläge ausschließt. Die nun vorgenommene Ausdehnung von sechs auf zehn Jahre ist in der Tariflandschaft bislang einmalig“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis.

Der Demografie-Tarifvertrag umfasst ein Zeitwertkonto, in das die Beschäftigten Entgeltbestandteile einbringen, und eine Regelung zur Altersteilzeit. Mit Eintritt in die Altersteilzeit wird die Arbeitszeit sofort halbiert. Zum Ende der Altersteilzeit vor dem Renteneintritt erfolgt in der Altersteilzeit eine Freistellungsphase aus dem individuell durch die Beschäftigten in einem Zeitwertkonto angesparten Wertguthaben. Das Teilzeitentgelt wird in der Altersteilzeit einkommensabhängig auf bis zu 87 Prozent des Netto-Entgeltes vor der Altersteilzeit, die Rentenbeiträge werden auf 90 Prozent der Beiträge vor der Altersteilzeit aufgestockt. Die Tarifverträge enthalten keine tarifübliche Höchstzahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die eine Altersteilzeit beanspruchen können.

Die Deutsche Post AG hat derzeit über 160.000 Beschäftigte, rund 130.000 davon sind Tarifbeschäftigte. Etwa 26.000 von ihnen haben inzwischen ein Zeitwertkonto und 4.200 befinden sich bereits in der bisherigen sechsjährigen Altersteilzeit.

Der Demografie-Tarifvertrag von Deutscher Post AG und ver.di war im Jahr 2013 mit dem Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet worden. Die nun vorgenommenen neuerlichen tariflichen Verbesserungen treten zum 1. März 2019 in Kraft.

Quelle: verdi.de

 

Der Generationsvertrag

Alter(n)sgerechtes Arbeiten

Hierzu wurden gänzlich neue Tarifverträge verhandelt und geschlossen. Der Tarifvertrag zum alter(n)sgerechten Arbeiten umfasst Regelungen zur Altersteilzeit. Durch ein tarifvertragliches Kombinationsmodell aus Altersteilzeit und Zeitwertkonten wird eine alternsgerechte Gestaltung der Arbeit ermöglicht. Jeder Tarifbeschäftigte, der ein Guthaben in einem Zeitwertkonto durch Überführung eines Teiles seines Bruttoentgeltes erwirbt, hat einen Anspruch, auf Antrag in Altersteilzeit zu gehen. Er kann dann entsprechend dem Umfang seines Zeitwertkontos Freistellungszeiträume durch Abwicklung des angesparten Guthabens nutzen.

Tarifvertrag alter(n)sgerechtes Arbeiten

Der Tarifvertrag ist ein innovatives Instrument zur Gestaltung alter(n)sgerechten Arbeitens. Die körperliche Beanspruchung und Arbeitsbelastung älterer Arbeitnehmer soll spürbar reduziert und der Verbleib der Beschäftigten bei der Deutschen Post AG in der Regel bis zum Erreichen der jeweiligen gesetzlichen Regelaltersgrenze gefördert werden. Der Tarifvertrag ist kein Instrument zur Beschleunigung des Personalabbaus.

Altersteilzeit wird auf Antrag ab Vollendung des 55. Lebensjahres gewährt.

Voraussetzung ist das Vorhandensein eines Wertguthabens aus dem Zeitwertkonto von mindestens 55 Punkten. Der Antrag ist sechs Monate vor Beginn der seitens des Arbeitnehmers geplanten Altersteilzeit zu stellen. Er kann durch den Arbeitgeber nicht abgelehnt werden. Allerdings kann der Arbeitgeber den Zeitpunkt des Beginns nach sachlichen Gesichtspunkten unter Berücksichtigung des betrieblichen Interesses ablehnen. Die Dauer der Altersteilzeit muss mindestens 24 Monate und darf höchstens 120 Monate betragen.

Es besteht im Gegensatz zu früheren Regelungen für den Arbeitnehmer keine Verpflichtung, die frühestmögliche Rente mit Rentenabschlägen in Anspruch zu nehmen. Ebenso entgegen früherer Regelungen sieht der neue Tarifvertrag bei der Frage der Arbeitszeit während der Altersteilzeit ausdrücklich kein Blockmodell vor. Sondern der neue Tarifvertrag geht grundsätzlich davon aus, dass die Arbeitszeit während der Altersteilzeit um die Hälfte reduziert wird. Nur so lässt sich bei späterem Renteneintritt eine alter(n)sgerechte Beschäftigung sicherstellen.

Ein Freistellungszeitraum in der Altersteilzeit wird dann durch die Abwicklung eines Guthabens aus einem Zeitwertkonto sichergestellt.

Das Teilzeitentgelt wird in der Altersteilzeit einkommensabhängig auf bis zu 87 Prozent des Netto-Entgeltes vor der Altersteilzeit, die Rentenbeiträge werden auf 90 Prozent der Beiträge vor der Altersteilzeit aufgestockt. Grundlage des konkreten Aufstockungsbetrages ist das Monatsentgelt zuzüglich bestehender Besitzstandsbeträge.

Tarifvertrag Zeitwertkonten

Jeder Arbeitnehmer kann sich von der Deutschen Post AG ein Zeitwertkonto einrichten lassen und dieses durch das Einbringen von Anteilen des Bruttojahreseinkommens besparen. Das Guthaben des Zeitwertkontos begründet einen Anspruch auf Freistellung von der Arbeit unter Auszahlung des Guthabens. Auf das Zeitwertkonto kann die Deutsche Post AG nicht zugreifen. Es ist zu verzinsen und gegen Insolvenz gesichert.

Ein Zeitguthaben kann in Verbindung mit den Regelungen aus der Altersteilzeit für einen Übergang in die Rente genutzt werden. Es kann aber auch zur Freistellung bei Pflegefällen, im Anschluss an das Elterngeld oder auch für ein Sabbatical genutzt werden. Zeitwertkonten sind auch für jüngere Beschäftigte interessant und können langfristig angelegt werden. Bei der Abwicklung des Zeitwertkontos durch Freistellung im Zusammenhang mit der Altersteilzeit ist tarifvertraglich festgelegt, dass das Entgelt des der Freistellungszeitraumes durch die Deutsche Post AG aufgestockt wird.

Quelle:  verdi

 

Möchtest Du noch weitere Informationen haben oder hast Du Fragen zu diesem Thema, dann melde dich bei dem Rentenberater der Deutschen Post Niederlassung Brief Dresden.